Wunsch-Pflichtverteidiger/in

Vorladung, Festnahme, Polizeigewahrsam, Anklage und Wunsch-Pflichtverteidiger

Einzig dann, wenn Sie oder Ihr Angehöriger bei Ihrer bzw. seiner Festnahme bzw. Termin beim Haftrichter nicht umgehend einen Anwalt Ihrer Wahl und Vertrauen nennen, bestellt das Gericht selbst einen seitens des Gerichts ausgewählten Pflichtverteidiger ohne Rücksicht auf Ihre persönlichen Belange oder darauf, ob dieser überhaupt auf das Betäubungsmittelstrafrecht spezialisiert ist.

Gleiches gilt, wenn Sie eine Anklage erhalten und in Ihrer Person ein Fall der Pflichtverteidigung vorliegt, obwohl Sie sich nicht in Haft befinden. Regelmäßig werden Sie sodann in dem Schreiben des Gerichts dazu aufgefordert, einen Anwalt Ihres Vertrauens zu benennen. Ein Fall der Pflichtverteidigung, auch sog. notwendiger Verteidigung, liegt bei einer Anklage wegen Besitz von BtM, und Abgabe von BtM in nicht geringer Menge; gewerbsmäßigen Handeltreibens, gewerbsmäßigen Anbaus von BtM sowie Handel mit BtM als Teil einer Bande stets vor, da diese Taten eine Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe androhen. Zugleich auch dann, wenn Sie bereits unter laufender Bewährung stehen und ein Bewährungswiderruf droht, liegt ein Fall notwendiger Verteidigung, also Pflichtverteidigung auch bei Vorladung oder Anklage wegen Unerlaubten Anbau oder Herstellung von BtM; Handeltreiben mit BtM vor.
Daneben haben Sie Anspruch auf die Beiordnung eines Pflichtverteidigers, wenn ein Mitangeklagter einen Pflichtverteidiger hat; ferner steht Ihnen ein Pflichtverteidiger zu, wenn Sie sich bereits wegen einer anderen Sache in Haft oder in einer Therapieeinrichtung zur Unterbringung befinden.

Bei Festnahme, Vorladung oder Anklage ist daher schnelles Handeln wesentlich, um zu gewährleisten, dass ich Sie auch als Pflichtverteidiger vertreten kann.