Verteidigungsansatz „nicht geringe Menge“

Gute Verteidigungsansätze gegen den Vorwurf des Besitzes, Handels, Erwerb oder Einfuhr eine BtM in nicht geringer Menge haben wir dann, wenn das BtM, dessen Besitz, Erwerb, Einfuhr oder Handel Ihnen vorgeworfen wird, polizeilich nicht sichergestellt werden konnte.
Denn dann lässt sich der Wirkstoffgehalt nicht im Wege einer chemischen Untersuchung feststellen. Vielmehr sind die Ermittlungsbehörden auf die bloße Schätzung seines Wirkstoffgehalts mittels Preis und Herkunft angewiesen.
Gerade hier zahlt es sich aus, wenn Sie gegenüber Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht von Ihrem Schweigerecht Gebrauch machen. Denn das Gericht muss im Urteil zwingend Feststellungen zur Mindestqualität des betreffenden BtM treffen.
Haben Sie sich indes nicht zum Tatworwurf eingelassen; insbesondere nicht zu dem Preis des jeweiligen BtM, dessen Besitz, Handel oder Erwerb Ihnen vorgeworfen wird, kann es das nicht. Folglich muss es entsprechend des in dubio Grundsatzes zu Ihren Gunsten von dem denkbar geringsten Wirkstoffgehalt ausgehen.