Verteidigungsansatz „Kronzeugenregelung“: Strafmilderung oder Absehen von Strafe

§§ 31, 31 a BtMG, §§ 46 Abs. 2 StGB, 49 Abs. 2; §§ 129 VI , 129a V , 261 X StGB

 

Drastische Straferleichterungen bei der Strafzumessung des Gerichts, erhebliche Vorteile für das eigene Verfahren, insbesondere Absehen von Strafverfolgung und Verfahrenseinstellung seitens Staatsanwaltschaft oder Gericht, Haftverschonung, Bewährung sowie Vorteile in einer etwaigen Strafvollstreckung lassen sich für Sie in diesem Zusammenhang dann erreichen, wenn Sie gegenüber Polizei und Staatsanwaltschaft sog. Aufklärungshilfe leisten.
Dies bedeutet, dass Sie Polizei und Staatsanwaltschaft gegenüber noch vor dem Beschluss über die Eröffnung des Hauptverfahrens zumindest teilweise geständig sind und darüber hinaus den Ermittlungsbehörden belastende Informationen über Dritte anbieten und auf diese Weise deren Straftaten aufgeklärt bzw. entdeckt werden können.
Aufklärungshilfe i.S.d. § 31 BtMG leisten Sie auch dann, wenn Sie von der Planung von Straftaten nach § 29 Abs. 3, § 29a Abs. 1, § 30 Abs. 1, § 30a Abs. 1 wissen und dieses Wissen Polizei oder Staatsanwaltschaft zumindest teilweise noch so rechtzeitig mitteilen, dass diese weiteren Straftaten noch verhindert werden können.
Können Polizei und Staatsanwaltschaft aufgrund Ihrer Angaben tatsächlich Straftaten Dritter aufklären bzw. noch verhindern, kommen Sie in den Genuss der Ihnen zugesagten Vorteile selbst dann, wenn Sie Ihre Angaben später widerrufen.

Zugleich ist dieser Verteidigungsansatz, abgesehen davon, dass er eine immense Belastung Dritter bedeutet, auch mit weiteren erheblichen Risiken belastet – seien es Rückbelastungen oder Ächtung und Bedrohung Ihrer Person und Familie in Ihrem sozialen Umfeld. Daneben besteht die Gefahr, dass Sie auf diese Weise von sich selbst weitere Straftaten aufdecken, die anderenfalls möglicherweise unentdeckt geblieben wären, nun aber ebenfalls eine Bestrafung nach sich ziehen.