Verschärfung des Sexualstrafechts – Feb. 2015

Mit Wirkung zum Februar 2015 hat der Gesetzgeber das Sexualstrafrecht abermals verschärft, um Kinder und Jugendliche besser vor sexuellem Missbrauch schützen.

So ist zum einen die Herstellung und Verbreitung von Nacktbildern von Kindern zu kommerziellen Zwecken nunmehr auch strafbar. Ausgenommen von der Strafbarkeit bleibt indes sozial übliches Verhalten wie etwa das Fotografieren eigener Kinder am Strand.

Eine weitere gravierende Veränderung im Sexualstrafrecht ergibt sich aus der strafrechtlichen Verjährung bei Sexualdelikten. So beginnt beim sexuellen Kindesmissbrauch die Verjährungsfrist erst mit Vollendung des 30. Lebensjahres des Opfers zu laufen. Mithin verjähren alle schweren Sexualdelikte zukünftig frühestens mit der Vollendung des 50. Lebensjahrs des Opfers.

Auch im Bereich des „Cybermobbings“ hat der Gesetzgeber nunmehr reagiert und eine entsprechende gesetzliche Neuregelung geschaffen. Dieser zufolge ist künftig auch die unbefugte Verbreitung von Bildaufnahmen, die geeignet sind, dem Ansehen der abgebildeten Person erheblich zu schaden, strafbar. Damit soll ein besserer Schutz vor «Cybermobbing» gewährleistet werden.

Auch in der Zukunft sind erhebliche gesetzliche Änderungen im Sexualstrafrecht zu erwarten. Diese zielen insbesondere darauf, vorhandene Wertungswidersprüche aufzulösen und noch vorhandene Strafbarkeitslücken zu schließen. So wurde am 20.02.2015 eine entsprechende Kommission eingesetzt, welche zur Reform und Überarbeitung des Sexualstrafrechts dienende Empfehlungen erarbeiten soll.
Diese sollen dem Gesetzgeber etwa im Frühjahr 2016 vorliegen und einen Gesetzentwurf zur umfassenden Reform des Sexualstrafrechts vorbereiten.