Strafzumessung: Anbau, Konsum

Strafzumessung: Anbau, Konsum

Anbau
Wird Ihnen Anbau von BtM wie eine Cannabisplantage vorgeworfen, ergeben sich ebenfalls gute Verteidigungsspielräume. Denn hier ist sorgfältig zu überwachen, wie gewogen und gemessen wird, da ein beachtlicher Teil einer solchen Pflanze nicht zur Verkostung geeignet ist.
Fraglich ist zudem, ob nur die Blüte oder die gesamte Pflanze einem Ertrag zugerechnet werden darf. Auch die Hypothese der Staatsanwaltschaft über die Anzahl rechnerisch denkbarer Ernten lässt sich durch die Darlegung möglichen Schädlingsbefalls oder Missernten aufgrund technischer Schwierigkeiten oft entkräften.

 

bloße Vorbereitungshandlungen
Zudem dürften viele Aktivitäten beim Anbau von BtM noch straflose Vorbereitungshandlung darstellen – etwa die Zubereitung des Bodens, das Pflügen, Unkraut jäten, Ankauf eines entsprechenden Equipments zum Betrieb einer Plantage. Versuchter Anbau dürfte sonach erst mit der Aussaat, Anpflanzen, Heranschaffen des Saatguts oder der Setzlinge an die vorbereitete Fläche oder zu den vorbereiteten Pflanzgefäßen vorliegen.

 

Anbau für Eigenbehandlung
Baut der Mandant BtM, insb. Cannabis, zur schmerzlindernden Eigenbehandlung an, eröffnen sich auch hier gute Verteidigungsmöglichkeiten, da die Voraussetzungen des rechtfertigenden Notstandes vorliegen könnten.

 

Konsum
Konsum von Betäubungsmitteln ist stets straflos; Erwerb und Besitz von BtM dann, wenn dem Konsumenten das Betäubungsmittel in verbrauchsgerechter Menge zum sofortigen Verbrauch oder Mitgenuss an Ort und Stelle übergeben wird und der Konsum sofort erfolgt bzw. erfolgen soll. Gute Verteidigungsmöglichkeiten ergeben sich hier dann, wenn der Mandant nur durch das Einschreiten der Polizei am sofortigen Konsum gehindert wurde. In einem solchen Fall dürfte nicht wegen Erwerbs bzw. Besitz von BtM angeklagt und verurteilt werden.