Schusswaffe und BtM – „Mitsichführen“ einer Schusswaffe

Handel mit BtM in nicht geringer Menge bei gleichzeitigem Mitführen einer Schusswaffe sanktioniert das BtMG mit einer Freiheitsstrafe nicht unter fünf (!) Jahren; § 30a II Nr. 2 BtMG.

Dies gilt auch dann, wenn es sich anstelle einer Schusswaffe um sonstige Gegenstände handelt, bspw. Baseballschläger oder Schlagstock, die ihrer Art nach zur Verletzung von Personen geeignet und bestimmt sind.

Besonderheit: geladene Schreckschusswaffe (2 StR 298/05)
Auch eine geladene Schreckschusswaffe, bei der Explosionsdruck nach vorn austritt, ist eine Schusswaffe im Sinne des § 30 a Absatz 2 Nr. 2 BtMG .

Bei der Verteidigung gegen den Vorwurf Handeln mit BtM unter Mitsichführen einer Schusswaffe bzw. eines ihrer Art nach vergleichbaren Gegenstands kommt dem Begriff des Mitsichführens der Schusswaffe bzw. des sonstigen Gegenstands eine große Bedeutung zu.
Denn nach der Rechtsprechung liegt „Mitsichführen“ bereits dann vor, wenn Sie über eine gebrauchsfähige Schusswaffe oder vergleichbaren Gegenstand verfügen und bei sich haben.

Zugleich liegt „Mitsichführen einer Schusswaffe“ bereits dann vor, wenn nicht Sie selbst, sondern ein Mittäter bewaffnet ist und Sie hierum wissen.