Pflichtverteidigung

Als Beschuldigter eines sog. Verbrechens (z.B. Raub, viele Drogendelikte) sowie u.a. bei drohendem Bewährungswiderruf, falls Sie unter Bewährung stehen, bei U-Haft sowie drohendem Berufsverbot, schreibt das Gesetz vor, dass Sie sich durch einen Anwalt als Verteidiger vertreten lassen.

Mithin ordnet Ihnen das Gericht ohne Ihr Zutun einen Verteidiger als sog. Pflichtverteidiger bei, wenn Sie nicht rechtzeitig einen Anwalt als Verteidiger Ihrer Wahl benennen.
Dies ist umso misslicher, wenn man bedenkt, dass auch die Kosten des Pflichtverteidigers im Ergebnis von Ihnen bezahlt werden müssen. Denn nach Abschluss des Verfahrens wird der Staat immer wieder bemüht sein, die von ihm für den Pflichtverteidiger verauslagten Kosten beizutreiben.

Wenden Sie sich hingegen umgehend an einen Anwalt Ihrer Wahl, kann sich Ihnen dieser, wenn er dazu bereit ist, als Ihr –selbst gewählter- Pflichtverteidiger beiordnen lassen.

Häufig besteht über den Pflichtverteidiger das Missverständnis, dass dieser in Wirklichkeit stets nur einseitig auf Seiten der Ermittlungsbehörden sowie Gerichte stehe, da diese ihn einsetzen und bezahlen, so dass er sich nicht wirklich für den Beschuldigten einsetze. Der Pflichtverteidiger, so hört man häufig, müsse ja dem Gericht, nicht dem Beschuldigten zu Gefallen sein, da er finanziell von der Gunst des beiordnenden Richters beim jeweiligen Gericht abhängig sei.

Tatsächlich besteht diese Gefahr dann auch ganz real, wenn Sie nicht selbst rechtzeitig aktiv werden. Denn Sie können ihr indes entgegenwirken, indem Sie rechtzeitig einen Anwalt Ihres Vertrauens einschalten.
Dieser kann dann selbst bei Gericht beantragen, als Pflichtverteidiger für Sie beigeordnet zu werden, so dass also tatsächlich der Anwalt Ihrer Wahl und Ihres Vertrauens sich auch als Ihr Pflichtverteidiger für Sie einsetzen kann.

Voraussetzung hierfür ist, dass der Anwalt Ihrer Wahl und Ihres Vertrauens auch bereit ist, für Sie als Pflichtverteidiger zu arbeiten. Denn Pflichtverteidigung bedeutet auch, dass der Staat zunächst für die Anwaltskosten aufkommt. Die Gebühren, die ein Anwalt als Pflichtverteidiger auf diese Weise vom Staat erhält, liegen unter den Gebühren des sog. Wahlverteidigers.

Dies bedeutet, dass nicht jeder Anwalt bereit ist, zu den finanziellen Bedingungen eines Pflichtverteidigers für Sie zu arbeiten; umso weniger dann nicht, wenn er bereits Fachanwalt für Strafrecht ist.
Gleichwohl bin ich nicht zuletzt auch aufgrund meines sozialen Engagements und rechtsstaatlichen Verständnisses immer wieder gerne bereit, auch als Pflichtverteidiger für Sie zu arbeiten, wenn Sie mittellos sind. Denn auch dann natürlich haben Sie einen Anspruch auf ein faires Verfahren.