Arztstrafrecht vs Strafrecht

Arztstrafrecht versus „normales“ Strafrecht

 

Wie im „normalen“ Strafrecht sind denkbare Folgen ein Haftbefehl (§ 112 ff StPO), die Durchsuchung Ihrer Praxis- und Privaträume, die Beschlagnahme von Patientenunterlagen und Vermögensarrest; ferner eine Haftstrafe oder Bewährungsstrafe, Geldstrafe, oder ein Berufsverbot (§ 70 StGB).
Im Gegensatz zum „normalen“ Strafrecht steht für Sie sonach indes regelmäßig wesentlich mehr und existentielle Fragen auf dem Spiel. Denn aufgrund der erheblichen Folge, insbesondere der Gefahr der Entziehung Ihrer Approbation oder des Ruhens Ihrer Approbation sowie des Verlustes bzw. Ruhens Ihrer Kassenzulassung oder der Beschlagnahme Ihrer Patientenunterlagen sind Sie als Arzt regelmäßig deutlich beschwerter durch ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren und eine Verurteilung.
Hinzu kommt, dass ein Strafverfahren, sei es berechtigt oder nicht, Ihrem Ruf sowie Ihrer Praxis naturgemäß schadet, ein – die Verfahrensbeendigung beschleunigendes taktisches Geständnis, eine Konsensualverteidigung bzw. eine Absprache nach § 257 c StPO indes stets vor dem Hintergrund des drohenden Approbationswiderrufsverfahrens gesehen werden muss. Denn Konsensualverteidigung und „Deal“ mögen zwar geeignet sein, das Sie belastende Strafverfahren möglichst schnell zu beenden und insbesondere eine öffentlichkeitswirksame Beweisaufnahme zu verhindern. Zugleich schreiben sie auf diese Weise für die Approbationsbehörde den Sachverhalt fest, auf welchen diese in der Folge den Approbationswiderruf zu stützen befugt ist.

Vor diesem Hintergrund sind an die Verteidigung wesentlich höhere Anforderungen zu stellen, um für Sie die Einstellung des Ermittlungsverfahrens zu erreichen und die öffentlichkeitswirksame und stigmatisierende Hauptverhandlung bei gleichzeitigem Erhalt der Approbation zu vermeiden.
Eine gute und effektive Verteidigung im Arztstrafrecht fordert sonach auch vom Verteidiger neben der Spezialisierung auf die Strafverteidigung zugleich die weitere Spezialisierung auf das Medizinrecht – und dort insbesondere auf Arzthaftungsrecht, das KV-Recht, Approbationsrecht, Disziplinarrecht sowie das ärztliche Berufsrecht.