Unterbringung gem. § 64 StGB – große Chance oder Schrecken?

Indes ist „§ 64“ oder „der Vierundsechziger“ in den JVAs zumeist, und, meiner persönlichen Einschätzung nach, oft zu Unrecht, gefürchtet und negativ besetzt. Dies dürfte insbesondere damit zusammenhängen, dass immer wieder Personen, die zunächst in den Genuss des § 64 kamen, im Laufe ihrer Therapie scheiterten – sei es, weil sie nicht hinreichend motiviert für die Behandlung waren oder die Freiheiten, die die Therapieeinrichtungen regelmäßig und relativ früh bieten, zu weiterem Konsum von Drogen oder Alkohol „nutzten“ – mit der Folge, dass die Therapie sodann zu beenden war und der Betroffene die einst ausgeurteilte Strafe auch tatsächlich in der Strafhaft abzusitzen hatte.
Denn § 64 StGB ist dogmatisch eine sog. Maßregel, deren Schwerpunkt indes ganz auf dem Heilungszweck liegt (BVerfGE 91, 1). Dementsprechend ordnen die Gerichte eine Unterbringung gem. § 64 StGB auch nur dann an, wenn zum Zeitpunkt der Anordnung die konkrete Aussicht besteht, dass die Therapie erfolgreich sein und den Betroffenen von seiner Sucht endgültig befreien und heilen kann.